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Die Berichterstattung zum Wein stützt sich auf die weinwirtschaftliche Statistik des Bundes, die jährlich publiziert wird (vgl. Weinjahr 2017). Die aktuellste Ausgabe dieser Statistik enthält Zahlen über den Weinbau in der Schweiz für das Jahr 2017 (Rebflächen und Traubenernte). Sie gibt ferner Auskunft über die Lagerbestände am 31. Dezember 2017 sowie über die Weinproduktion, die Ein- und Ausfuhr und den Konsum im Jahr 2017.

Der Weinbau in der Schweiz 2017

Die Rebfläche in der Schweiz umfasste im 2017 insgesamt 14 748 Hektaren. Sie nahm gegenüber dem Vorjahr um 32 Hektaren ab (-0,2 %). Insgesamt waren 8 425 Hektaren mit roten (-52 ha) und 6 323 Hektaren mit weissen Rebsorten bestockt (+20 ha).

Details zu Anbauflächen:

Die Erntemenge 2017 lag mit rund 79 Mio. Litern 26 % unter der Vorjahresernte
(-28,5 Mio. Liter). Die Ernte 2017 geht somit als tiefste Ernte seit 1978, als nur rund 78 Mio. Liter geerntet wurden, in die Geschichte ein. Extreme Wetterbedingungen mit Frostnächten im April und Trockenstress im Sommer – dem nebst 2003 und 2015 drittwärmsten seit Messbeginn – wirkten sich massgeblich auf die Weinernte aus. So konnte die Westschweiz nur 72 % der Vorjahresmenge ernten (-24,7 Mio. Liter), die Deutschschweiz 81 % (-2,4 Mio. Liter), und die italienische Schweiz 77 % (-1,4 Mio. Liter). Allerdings war die Traubenqualität der Weinernte 2017 sehr zufriedenstellend. So lagen die mittleren Mostgewichte grösstenteils über dem langjährigen Durchschnitt.
 

Produktion

Produktion, Ein- und Ausfuhr und Konsum 2017

Insgesamt wurden im 2017 in der Schweiz rund 40 Millionen Liter Weisswein und knapp 39 Millionen Liter Rotwein produziert. Dieser Produktion stand ein Konsum von rund 43 Millionen Litern inländischen Weissweins (+0,8 %) und rund 44 Millionen Litern inländischen Rotweins (-5,5 %) gegenüber. Die Lagerbestände beim Schweizer Weisswein sanken auf knapp 69 Millionen Liter und beim Schweizer Rotwein auf knapp 83 Millionen Liter.

Insgesamt wurden in der Schweiz im 2017 rund 249 Millionen Liter Wein konsumiert. Der Konsum sank dabei im Vergleich zum Vorjahr um 4 Millionen Liter (-1,6 %), was der abnehmenden Tendenz der Vorjahre entspricht. Der Konsum von Schweizer Wein reduzierte sich um 2,2 Millionen Liter (-2,5 %). Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf die tiefen Schweizer Ernten der Jahre 2013 – 2015 zurückzuführen. In diesen Jahren war die Weinlese jeweils tiefer als der Weinkonsum, sodass die Lagerbestände stetig sanken, und die bisherige Nachfrage nach Schweizer Wein mit der Produktion folglich nicht mehr gedeckt werden konnte. Trotz Konsumrückgang verblieb der Marktanteil von Schweizer Wein bei rund 35 %, weil auch der Konsum von ausländischem Wein gesunken ist.
 

Pro-Kopf-Konsum


Zugenommen haben sowohl die Importe an Weisswein auf rund 40 Millionen Liter (+632 100 Liter; +1,6 %) sowie auch beim Rotwein auf knapp 124 Millionen Liter (+527 500; +0,4 %). Diesen Einfuhren stand ein Konsum von knapp 40 Millionen Litern ausländischen Weissweins (+0,3 %) und knapp 123 Millionen Litern ausländischen Rotweins (-1,6 %) gegenüber. Die Lagerbestände stiegen beim ausländischen Weisswein auf rund 11,8 Millionen Liter, beim ausländischen Rotwein auf rund 43,4 Millionen Liter. Insgesamt wurden im 2017 rund 186 Millionen Liter an Weinen, Schaumweinen, Süssweinen, Weinspezialitäten, Mistellen und Traubenmosten importiert. Dies sind rund 1,4 Millionen Liter resp. 0,7 % mehr als im Vorjahr. Davon wurden rund 159 Millionen Liter innerhalb des Zollkontingents eingeführt, womit das Kontingent von 170 Millionen Liter auch im 2017 nicht ausgeschöpft wurde. Erstmals seit 2014 verzeichneten die im Gegensatz zu den Importen bescheidenen Exporte wieder eine Zunahme auf total knapp 1,4 Millionen Liter (+13,4 %), wobei in diesen Zahlen auch die eingeführten und wieder ausgeführten ausländischen Weine enthalten sind.
 

Aussenhandel

Doris Boehlen, BLW, Fachbereich Pflanzliche Produkte, doris.boehlen@blw.admin.ch

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